Halt inne

Fragen an Pater Andy

Was beschäftigt dich? Stell mir eine Frage zum Glauben, zum Leben oder zu allem, was dir auf dem Herzen liegt – ganz anonym. Ich beantworte ausgewählte Fragen hier auf dieser Seite.

Frage

„Mir fällt es momentan sehr schwer zu beten und ich struggle sehr mit meinem Glauben. Ich sehe die teils schlimme Weltlage und auch in meinem Umfeld viel was mich beschäftigt. Mein Glaube gibt mir eigentlich sehr viel, aber ich habe im Moment kaum Energie oder Zeit, welche ich darin investieren kann. Hast du Tipps, wie ich beten kann oder auch wieder näher zu Gott komme?“

Antwort

Liebe …, Solche Phasen gehören zum Glauben dazu. Beten kann schwerfallen. Gerade dann, wenn man betet, hofft, vielleicht auch bittet – und sich trotzdem nichts so verändert, wie man es sich erhofft. Und wenn dann noch vieles zusammenkommt, die Weltlage, Sorgen um Menschen im eigenen Umfeld, der Alltag, wenig Zeit und wenig Energie, dann wird auch der Glaube schnell zu etwas, von dem man denkt: Dafür müsste ich jetzt eigentlich auch noch Kraft haben. Ich würde deshalb gar nicht versuchen, plötzlich wieder „mehr“ zu beten. Eher kleiner anfangen. Vielleicht verbindest du es mit etwas, das du sowieso jeden Tag tust. Morgens auf der Bettkante einen Moment. Kein langes Gebet. Ein Dank. Eine Bitte. Ein Gedanke an einen Menschen. Oder auch einfach: Gott, heute weiss ich gerade nicht, wie ich beten soll. Und am Abend wieder. Was war gut heute? Was beschäftigt mich noch? Was möchte ich Gott überlassen? So kann langsam wieder ein Rhythmus entstehen. Und ich glaube auch: Du musst vor Gott nicht immer die richtigen Worte finden. Auch Zweifel, Müdigkeit, Wut oder Verzweiflung dürfen Gebet sein. Manchmal ist genau das das ehrlichste Gebet. Auf haltinne.ch findest du jeden Morgen einen kurzen Gedanken und einen Bibelvers. Vielleicht hilft dir das manchmal als kleiner Einstieg. Komm gut durch den Tag!

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Frage

„Lieber Andy, hab mich neulich über Beichte unterhalten. War schon ewig nicht mehr, glaube, zuletzt bei der ErstKommunion. Bilde mir ein, dass Beten reicht, mein eigenes Um Vergebung Bitten vor Gott. Dass er mir zuhört und vergibt, dass es dazu nicht eines "Mittlers" in Form eines Priesters bedarf. Will auch nicht über "sexuell schlechtes Gewwissen gegenüber meinem Mann" mit nem katholischen Pfarrer sprechen, das ist ja hochpeinlich. Sag mir, wozu die Beichte? Hört mich Gott nicht auch so?“

Antwort

Liebe …, ja, Gott hört dich auch so. Davon bin ich überzeugt. Und: Wenn du im Gebet ehrlich vor Gott bringst, was dich beschäftigt, was dir leid tut oder wo du um Vergebung bittest, dann ist das ein guter und wichtiger Weg. Warum dann trotzdem Beichte? Im Gebet bitte ich Gott um Vergebung. In der Beichte bekomme ich sie zugesprochen: Dir sind deine Sünden vergeben. Nicht, weil der Priester an Gottes Stelle entscheidet, ob du Vergebung verdient hast, sondern weil er dir im Sakrament etwas hörbar zusagt, was man sich selbst manchmal nur schwer sagen kann. (Es macht doch auch einen Unterschied, ob ich sage: Ich liebe MICH, oder ob dir jemand sagt: Ich liebe DICH.) Und noch etwas finde ich wichtig: Es macht einen Unterschied, ob etwas nur in meinen Gedanken bleibt oder ob ich es einmal ausspreche. Meine Erfahrung ist, dass es Menschen gut tun kann, etwas, das sie belastet, vor einem anderen Menschen in Worte zu fassen – und danach zu hören: Es ist dir vergeben. Gerade deshalb verstehe ich mich als Priester bei einer Beichte als einer, der zuhört. Ich würde es mir verbitten, jemandem anschliessend eine Moralpredigt zu halten. Und was dein „sexuell schlechtes Gewissen gegenüber deinem Mann“ betrifft: Ganz nebenbei – wissen will ich es gar nicht 😉. Du entscheidest selbst, was du sagen möchtest und wie konkret. Es geht nicht darum, intime Details zu erzählen, sondern darum, das auszusprechen, was dich belastet. Und Beichten muss man übrigens auch nicht bei „seinem“ Pfarrer. Manchmal ist es für beide Seiten sogar einfacher, wenn man sich dafür jemanden sucht, dem man sonst nicht ständig über den Weg läuft. 😉

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Frage

„Psalmen aus der bibel aus der einheitsübersetzung hören“

Antwort

Ich überlasse dir hier gerne den Link der Hörbibel: https://diehoerbibel.com/anhoeren/altes-testament/die-psalmen/ Gutes Hören!

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Frage

„Hast du Tipps was ich machen kann, wenn es sich in mir nur noch dunkel und leer anfühlt und mir nichts mehr richtig Freude macht?“

Antwort

Da bitte ich um persönliches Mail - Siehe Kontakt, ganz unten auf der Seite. Danke fürs Verständnis

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Frage

„Wie schaffst du es, trotz all dem Schlimmen auf der Welt, den Glauben nie zu verlieren?“

Antwort

Ich hoffe, dass ich den Glauben nie verlieren werde. (Wissen kann ich das nicht....) Auch ich habe Fragen, Zweifel und Momente, in denen ich manches nicht verstehe. Was mir hilft: trotz allem das Gute nicht aus dem Blick zu verlieren – und den Menschen immer wieder das Gute zuzutrauen. Das Schlimme in dieser Welt tut nicht Gott. Es sind Menschen, die verletzen, zerstören, Kriege führen und anderen Leid zufügen. Natürlich bleibt dann die Frage: Warum verhindert Gott das nicht? Für mich hat das mit der Freiheit des Menschen zu tun. Gott hat uns diese Freiheit anvertraut – und nimmt sie ernst. Auch dort, wo wir sie missbrauchen. Und genau das mag ich an meinem Glauben: Gott zwingt mich zu nichts. Ich muss nicht glauben. Ich darf Nein sagen. Mein Glaube ist deshalb kein Zwang und keine Selbstverständlichkeit. Er ist mein Ja. Ein Ja, das ich immer wieder neu geben kann.

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